Hamburg, 21.10.2009: Lexus lässt die Katze aus dem Sack und zeigt auf der Tokio Motor Show die Serienversion ihres ersten Supersportwagens - den Lexus LF-A. Befeuert wird der auf 500 Stück limitierte Ferrari-Schreck von einem bis zu 9000 U/min drehenden 4,8-Liter-V10, der in enger Zusammenarbeit mit der Toyota-Rennsportabteilung entwickelt wurde. Die Karosserie des ab Herbst 2010 ausgelieferten LF-A besteht aus kohlefaserverstärktem Kunststoff, was dem 325 km/h schnellen Zweisitzer ein Kampfgewicht von lediglich 1480 Kg beschert und somit 150 Kg leichter macht als eine vergleichbare Alu-Konstruktion. Als Belohnung für die erfolgreiche Diät kann Lexus seinem neuen Supersportwagen eine Sprintzeit von 3,7 Sekunden in die Datentabelle schreiben.
Nahezu alle technischen Komponenten des Hightech-Renners, vom V10-Triebwerk über das direkt an der Hinterachse platzierte, sequenzielle Sechsganggetriebe und die mächtigen Bremsscheiben aus Karbon-Keramik-Verbund bis hin zur "Mark Levinson" Highend-Audioanlage mit zwölf gewichtsoptimierten Lautsprecher-Chassis, wurden exklusiv für den LF-A entwickelt und kommen in keinem anderen Fahrzeug zum Einsatz. Das kann man aber angesichts eines Verkaufspreises von strammen 375.000 Euro eigentlich auch erwarten. Zieht man nun die leistungsrelevanten Konkurrenten aus Ferrari 458 Italia und Lamborghini LP560-4 hinzu, scheint der Preis des Lexus fast ein wenig vermessen. Schließlich liegen die beiden Italiener mit wahrscheinlich knapp 200.000 Euro (Ferrari) und 173.000 Euro (Lamborghini) deutlich darunter, bringen aber mit 570 und 560 PS mindestens ebensoviel Power auf die Matte wie der Lexus. Noch bedrückender wird die Sache, wenn man bedenkt, dass der neue 458 Italia in hurtigen 3,4 Sekunden auf Tempo 100 beschleunigen soll, dem Japaner also 0,3 Sekunden abnimmt. Und auch beim Topspeed lassen sich italienischen Gegner nicht abschütteln, liegen mit jeweils 325 km/h Höchstgeschwindigkeit auf Augenhöhe. Ausgehend von den 375.000 Euro, die Lexus für seine neue Speerspitze verlangt, lohnt gar der Blick auf Lamborghinis derzeitige Angriffs-Waffe - den Murciélago LP670 SV mit seinem 670 PS starken 6,5-Liter-V12 unter der Haube. Immerhin werden für den Super Veloce "nur" 357.000 Euro fällig, dafür gibt's einen 3,2-Sekunden-Sprinter, der außerdem noch 330 km/h Topspeed erreicht. Was hat sich Lexus also bei der Preisgestaltung des LF-A gedacht?
Wir wissen es nicht, doch angesichts der künstlichen Verknappung des schnellen Lexus sowie der daraus resultierenden Hoffnung auf Wertsteigerung und Seltenheitsbonus könnte der ab sofort bestellbare und ab Herbst 2010 ausgelieferte LF-A durchaus ein Erfolgsmodell werden. Wir sind gespannt, ob dieses Kalkül aufgeht.
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